Ehrungen

„Ein Leben für die Botanik“
Ehrenkolloquium zur Würdigung von Hans-Werner Otto

Am 27. November 2012 luden das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und die Naturforschende Gesellschaft der Oberlausitz zu einer Festveranstaltung ein. Zur Würdigung von Hans-Werner Otto fand unter dem Titel „Ein Leben für die Botanik“ ein Ehrenkolloquium statt.

Hans-Werner Otto, geb 1933 in Ebersbach/Sachsen, hat von 1951 bis 1998 – überwiegend im Fach Biologie – aktiv im Schuldienst als Lehrer gearbeitet.

Bereits 1957 nahm er, der sich schon früh für die Botanik interessierte, an einer Floristen­tagung der AG sächsischer Botaniker teil. Wenig später begann er mit der Kartierung von Pflanzen in der Oberlausitz. Er war Mitglied in verschiedenen Vereinigungen wie dem Naturwissenschaftlichen Arbeitskreis Oberlausitz (1958–1988), Leiter der Fachgruppe Floristik im Kreis Bischofswerda und 1990 Gründungsmitglied der Natur­forschenden Gesellschaft der Oberlausitz. In der NfGOL war er von 1990 bis 2008 im Vorstand und wurde 2011 zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt. Für seine Tätigkeit, v. a. der kritischen Überarbeitung der Datenbank des Herbariums sowie dessen Bereicherung mit etwa 7.000 Sammlungsobjekten, wurde er 2006 zum ehrenamtlichen Mitarbeiter des Staatlichen Museums für Naturkunde Görlitz ernannt.

Seit 1964 veröffentlichte Hans-Werner Otto mehr als 100 Beiträge für verschiedene wissenschaftliche und andere Zeitschriften und arbeitete an mehreren botanischen Atlanten mit.

Sein „Lebenswerk“ erschien 2004 als Band 12 der Berichte der Naturforschenden Gesell­schaft der Ober­lausitz: „Die Farn- u. Samenpflanzen der Oberlausitz“. Verzeichnis der in der sächsischen und brandenburgischen Ober­lausitz wild­wach­sen­­den Gefäß­pflanzen sowie der forst- und landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und der verwilderten Zierpflanzen. Mit Angaben zu Volksnamen, obersorbischen Namen, Gefähr­dung und medizinischer Verwen­dung.

Das älteste Lausitzer Pflanzenverzeichnis, der „Hortus Lusatiae“ von Johannes Franke, stammt aus dem Jahre 1594, die letzte vollständige Flora der Oberlausitz wurde 1898 von Emil Barber begonnen und 1955 von Max Militzer und Erich Glotz abgeschlossen. Die nunmehr jüngste Flora von Hans-Werner Otto kann – in dieser Tradition stehend – mit gutem Recht als Jahrhundertwerk bezeichnet werden. 2008 wurde ihm für dieses Werk der dritte Landespreis für Heimatforschung durch den sächsischen Staatsminister für Kultur, Herrn Professor Dr. Roland Wöller, übergeben, die Laudatio hielt Dr. Klaus Karl vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz.

Pünktlich zum Ehrentag in diesem November erscheint die stark überarbeitete Neuauflage der vergriffenen Flora der Oberlausitz als Supplement zu Band 20 der Berichte der Natur­forschenden Gesellschaft der Ober­lausitz mit 396 Textseiten und 16 Seiten mit farbigen Pflanzenabbildungen.

Sowohl bei seiner praktischen Arbeit wie durch seine vielen Veröffentlichungen gelang es Hans-Werner Otto, andere Menschen für die Botanik zu begeistern und als aktive Mitstreiter zu gewinnen. Viele seiner Schüler werden sich mit großer Freude an die von ihm geleiteten Spezialistenlager erinnern.

Am 27. November 2012 wurde Hans-Werner Otto im Rahmen der Festveranstaltung die ehrenamtliche Mitarbeiterschaft in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung verliehen. Die Laudatio hielt Dr. Siegfried Bräutigam und den Festvortrag „Die Erfassung der Flora von Sachsen – Geschichte und Ausblick“ Andreas Ihl.

 

Sächsischer Landespreis für Heimatforschung für Hans-Werner Otto

Am Freitag, dem 21. November 2008 wurde im Stadtmuseum Dresden der Sächsische Landespreis für Heimatforschung vergeben. Für den zum ersten Mal ausgelobten Preis, der insgesamt mit 7.500,- € dotiert ist, gingen 159 Arbeiten mit Vorschlägen ein.

Es wurden 5 Ehrenurkunden, zwei Schülerpreise, ein Jugendförderpreis und drei Landespreise für 2008 vergeben. Der dritte Landespreis ging an unser langjähriges Mitglied Hans-Werner Otto. Die Preise wurden durch den sächsischen Staatsminister für Kultur, Herrn Professor Dr. Roland Wöller, übergeben, die Laudatio für Hans-Werner Otto hielt Dr. Klaus Karl vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz.

Hans-Werner Otto wurde 1933 in Ebersbach/Sachsen geboren und war bis zu seiner Pensionierung 1998 in Bischofswerda als Lehrer tätig.

Er erhielt den Preis für sein Werk „Die Farn- und Samenpflanzen der Oberlausitz“, welches 2004 als Band 12 der Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz erschien. Es handelt sich um eine Zusammenstellung aller in der Oberlausitz wachsenden Wild- und Nutzpflanzen mit – außer den selbstverständlichen wissenschaftlichen Namen – Angaben zu Volksnamen, obersorbischen Namen, Gefährdung und medizinischer Verwendung. Auf 376 Seiten sind 40 Abbildungen, 23 Karten und 6 Tabellen zu finden. Das Werk, das unter Mitarbeit von Siegfried Bräutigam, Petra Gebauer, Werner Hempel und Karl Mannsfeld entstanden ist, kann ohne weiteres als Jahrhundertwerk bezeichnet werden:
Das älteste Lausitzer Pflanzenverzeichnis, der „Hortus Lusatiae“ von JOHANNES FRANKE, stammt aus dem Jahre 1594, die jüngste vollständige Flora der Oberlausitz wurde 1898 von EMIL BARBER begonnen und 1955 von MAX MILITZER und ERICH GLOTZ abgeschlossen.

Für wie wichtig das Werk – nicht nur in der Fachwelt, sondern auch bei interessierten Laien – angesehen wird, zeigt die Tatsache, dass aufgrund der Nachfrage für das Jahr 2010 eine 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage geplant ist.

Weitere Ehrung für Hans-Werner Otto

Anfang Januar wurde in Bischofswerda unserem Mitglied Hans-Werner Otto, der erst im November 2008 einen Sächsischen Landespreis für Heimatforschung bekommen hatte, eine Urkunde 2008 für das Ehrenamt im Museum von der Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen überreicht.

Die offizielle Würdigung hatte am 28.11.2008 im Schloss Freudenstein in Freiberg/Sachsen stattgefunden. Mit Herrn Otto haben 25 weitere verdienstvolle Sachsen diese Anerkennung erhalten. Auf der Urkunde ist zu lesen, dass Herrn Otto „für verdienstvolle ehrenamtliche Arbeit zur Förderung des Sächsischen Museumswesens Dank und Anerkennung“ von der Sächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, ausgesprochen wird. Unser Mitglied Hans-Werner Otto steht seit 1965 in regem Kontakt mit dem Naturkundemuseum Görlitz und kümmert sich intensiv um die botanische Datenbank des Museums. Im Herbarium des Museum befinden sich mehr als 6800 von ihm gesammelte Belege aus der Oberlausitz und rund 500 aus anderen Gebieten Deutschlands und des Mittelmeerraumes.